Bundestagsdirektkandidat
Nutztiere, wie Hühner, Puten und Schweine, aber auch Fleischrinder, werden zu Zehntausenden auf engstem Raum in abgeschlossenen Stallungen gehalten. Durch Zucht und Fütterung werden sie auf schnellste Gewichtszunahme getrimmt. Um sie an diese widernatürlichen Lebensumstände anzupassen, werden ihnen beispielsweise die Schnäbel gekürzt oder die Schwänze kupiert. Das alles verletzt das Recht des Mitgeschöpfes Tier auf eine artgerechte Lebensweise. „Wenn wir uns schon das Recht nehmen, Tiere allein für unsere Ernährung zu halten, gibt uns das nicht das Recht, ihnen ihr kurzes Leben zur Hölle zu machen”, kritisiert von Nordheim.
Gefahr für Menschen
Menschen droht Gefahr durch Antibiotika-resistente Krankheitskeime, die in Massentierbeständen regelrecht gezüchtet werden. Sie bergen das Risiko von Infektionen, gegen die es keine Mittel mehr gibt. „Schon zu unserem eigenen Schutz müssen wir die Massentierhaltung beenden”, fordert er.
Der Umwelt schadet Massentierhaltung durch Keim- und Geruchsemissionen und riesige Güllemengen, die mit Keimen und Medikamentenrückständen belastet sind. Da Großmastanlagen gekauftes Futter einsetzen und zu wenig Land haben, um Tierexkremente als Dünger zu nutzen, werden diese „entsorgt” – oft unkontrolliert. Deshalb steigen die Nitrat- und Phosphatwerte im Grundwasser bedrohlich an. „Auch um unser Trinkwasser zu schützen, muss Massentierhaltung aufhören”, verlangt von Nordheim.
Unser Vieh frisst das Brot der Armen
Der so genannten Dritten Welt schadet unsere Massentierhaltung, weil ein Drittel aller Futtermittel wie Soja von dort importiert wird. Die privaten und staatlichen Großbetriebe, die dort daran verdienen, vertreiben Kleinbauern, holzen Urwälder ab und legen Monokulturen an. Auf Land, von dem die eigene Bevölkerung sich ernähren könnte, wächst Futter für unser Vieh. Dazu von Nordheim: „Damit nicht weiter „das Vieh der Reichen das Brot der Armen frisst”, müssen wir mit der Massentierhaltung aufhören.”
79 Kilo Fleisch isst jeder Niedersachse im Jahr – 30 Kilo wären ernährungsphysiologisch völlig ausreichend. 70 Prozent der niedersächsischen Ernten landen im Futtertrog – 81,6 Kilo Lebensmittel wirft jeder Niedersache jährlich in den Müll. „Auch ohne Massentierhaltung könnten wir uns gut ernähren,” schlussfolgert von Nordheim.
Wir Grüne werden in einer Regierungsbeteiligung als Erstes die Beendigung der Massentierhaltung und ein neues Tierschutzgesetz für artgerechte Tierhaltung anpacken!